Einwohner: 30 Millionen
Fläche: 652.225 km²
Hauptstadt: Kabul
Sprachen: Paschtu, Persisch
Währung: Afghani
Geographie
Afghanistan ist ein Binnenland, das zu einem großen Teil aus Gebirgsfläche besteht. Der Hindukusch im Nordosten sowie der Sefid Kuh prägen die Landschaft. Nachbarländer sind Pakistan, Tajikistan, Usbekistan, Turkmenistan sowie der Iran. Die Hauptstadt Afghanistans ist Kabul mit 4,9 Millionen Einwohnern. Weitere große Städte sind Kandahar, Mazar-e-Scharif, Herat, Dschalalabad sowie Kundus.
Geschichte und Politik
In der Antike war das heutige Afghanistan Teil des persischen Reichs. In Baktrien entstand später das Griechisch-Baktrische Reich, welches von Nachfahren der Truppen Alexander des Großen regiert wurde. Nach einer Invasion durch die Araber im 7. Jahrhundert herrschten bis zum Mittelalter persische Lokaldynastien.
Um 1200 fielen die Mongolen unter Dschinghis Khan in das Gebiet ein. Dabei wurden große Teile des Landes verwüstet. Im Jahr 1747 gründete der Paschtune Ahmad Schah Durrani ein eigenständiges Königreich im Osten Irans, welches als Vorläufer des modernen Afghanistans erachtet wird. Von Ahmad Schahs Tod bis ins 19. Jahrhundert prägen Auseinandersetzungen zwischen Stämmen der paschtunischen Ghilzai und Durrani die Geschichte des Landes. 1838 bis 1842 und 1878 bis 1879 fanden die Britisch-Afghanischen Kriege statt, welche mit dem Vertrag von Gandomak beendet werden. Dadurch wurde Afghanistan zum halbautonomen Protektorat Britisch-Indiens. Nach dem dritten Anglo-Afghanische-Krieg im Mai 1919 wurde schließlich der Vertrag von Rawalpindi geschlossen, und Afghanistan am 8. August 1919 als souveräner, eigenständiger Staat anerkannt.
1946 wurde Afghanistan Mitglied der Vereinten Nationen. 1973 wird das Königreich zu einer kommunistischen Republik umgeformt, die aber nur durch sowjetische Unterstützung an der Macht bleiben konnte. 1979 entwickeln sich die Konflikte zwischen kommunistischer Regierung und islamischen Mudschaheddin zu einem zehnjährigen Krieg. Die Mudschaheddin werden dabei von den USA, Saudi-Arabien und Pakistan unterstützt. 1989 werden die unterlegenen sowjetischen Truppen aus Afghanistan abgezogen. Die Regierung unter Präsident Nadschibullah kann sich noch bis 1992 halten. Nach deren Sturz folgt unmittelbar ein weiterer Bürgerkrieg zwischen verschiedenen Gruppierungen der Mudschaheddin, welcher bis zum Beginn der Eroberung des Landes durch die radikal-islamistischen Taliban im Jahr 1995 andauert. 2001 kontrollieren die Taliban 90 Prozent des Landes und rufen das Islamische Emirat Afghanistan aus.
Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 attackieren die USA das Land, da sie dort Osama Bin Laden und dessen Terrornetzwerk al-Qaida vermuten. Der Angriff wird vor den Vereinten Nationen mit dem Recht auf Selbstverteidigung legitimiert. Die Taliban konnten bei der Invasion mit Hilfe der Nordallianz gestürzt werden. Bereits im Dezember 2001 wird eine provisorische Regierung unter dem paschtunischen Stammesführer Hamid Karsai eingesetzt. Im Juni 2002 wird diese durch eine weitere Übergangsregierung, ebenfalls unter Hamid Karsai, abgelöst.
Im Januar 2004 wird die neue afghanische Verfassung verabschiedet. Mit den am 9. Oktober 2004 durchgeführten Wahlen wurde Hamid Karsai schließlich als demokratisch gewählter Präsident legitimiert.
Die Sicherheitslage in Afghanistan ist noch immer instabil. Attentate und Selbstmordanschläge nehmen weiterhin zu. Zur Wahrung der Sicherheit werden noch immer die ISAF-Truppen (International Security Assistance Force) eingesetzt. Der Deutsche Bundestag bestätigte die Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte zuletzt am 16. Oktober 2008.